Ansprache 13.8.11
Lieber Herr Fischer, liebe Frau Stahmer, liebe ehemalige Flüchtlinge und Fluchthelfer, liebe Angehörige und liebe Interessierte,
ich freue mich, dass die Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Berliner Mauer so gut geklappt hat, dass in diesem Jahr wieder Menschen zu uns gestoßen sind, die wir und die uns über viele Jahre aus den Augen verloren hatten. Deshalb möchte ich mich für die geistige und organisatorische Hilfe bei der Stiftung Berliner Mauer bedanken! Auch bei Pfarrer Fischer möchte ich mich dafür bedanken, dass wir jetzt schon zum dritten Mal die Kapelle der Versöhnung zum Ort für unser jährliches Treffen wählen konnten, und bei Frau Stahmer, dass Sie uns jetzt schon 3 Jahre begleitet auf unserem Weg in die Öffentlichkeit, in der wir als Symbol der Freiheit wahrgenommen werden wollen.
Ich muss Ihnen zunächst mit großer Trauer berichten, dass Detlef Girrmann am 8. April diesen Jahres gestorben ist. Er war schwer herzkrank und hing seit dem Tod seines besten Freundes Dieter Thieme im letzten Jahr nicht mehr so sehr am Leben, dass er gegen den Tod hätte kämpfen wollen. Viele von Ihnen kennen Detlef Girrmann noch aus seiner „aktiven“ Zeit, als er einer der drei Leiter der sog. Girrmann-Gruppe war. Für mich war er ein lebensrettender Lehrmeister in Sachen Fluchthilfe.
Ich möchte Sie bitten, sich für einen Moment des Gedenkens von Ihren Plätzen zu erheben.
Sie haben sich zu Ehren von Detlef Girrmann erhoben. Ich danke Ihnen!
Drei von uns haben sich in diesem Jahr literarisch betätigt: Klaus von Keussler und Peter Schulenburg gaben im Frühjahr ihr Buch „Fluchthelfer“ über die Fuchs-Gruppe heraus, ich zog dann mit meinem Buch „Wege durch die Mauer“ im Juli nach. Wir freuen uns auf jede Resonanz, um die nächsten Auflagen noch genauer schreiben zu können.
Unser diesjähriges Treffen läuft etwas anders ab, als Sie das gewohnt sind: Es sprechen nacheinander jetzt drei Menschen, für die der 13. August 1961 eine ganz besondere Bedeutung hatte: ein Flüchtling, der an diesem Tag durch die Spree schwamm, eine Fluchthelferin, die ganz spontan ihren Bruder und ihre Mutter in den Westen holte, und ein Grenzer, der die Schließung der Grenze auf eine ganz andere Weise erlebte.
Manfred Wester flüchtete am 13. August durch die Spree zu seiner Arbeitsstelle in die Freiheit.
Zum Schluss darf ich Ihnen noch ansagen, dass wir uns anschließend in den neuen Räumen des Berliner Unterwelten e.V. in der Brunnenstraße 143 treffen wollen. Sie sehen dort eine Foto-Ausstellung mit Mauerbildern, die um 20 Uhr von Frau Stahmer eröffnet werden wird. Danach feiern wir bei Speis und Trank unser Wiedersehen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und ganz viele anregende Gespräche dabei!