Vortrag Dr. Maria Nooke

Frau Nooke musste ihren Vortrag vorziehen, weil Frau Stahmer leider nicht rechtzeitig da sein konnte. Sie sollte von Frau Stahmer so vorgestellt werden:

Dr. Maria Nooke war Mitglied in einer kirchlichen Oppositionsgruppe und engagierte sich in der DDR-Bürgerrechtsbewegung. In ihrer im letzten Jahr veröffentlichten Dissertation hat sie die Bedeutung der lokalen Oppositionsgruppen für die Friedliche Revolution im Herbst 1989 thematisiert. Sie hat deutlich gemacht, dass das Spektrum und Profil der DDR-Opposition weit größer und vielfältiger war, als eine auf den Berliner Raum und die bekannten Zentren konzentrierte Wahrnehmung nahe legt.

Frau Nooke konnte erst nach dem Fall der Mauer ein Studium aufnehmen. Seit 1999 hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in leitenden Funktionen die Gedenkstätte Berliner Mauer maßgeblich mit aufgebaut. Durch vielfältige Kontakte zu Fluchthelfern und Flüchtlingen und durch ihre intensiven Recherchen ist sie heute eine Expertin in Sachen Fluchthilfe - obwohl sie nie dabei war. Viele Erkenntnisse über die Mechanismen des Grenzregimes, die Motive von Flüchtlingen und die Abläufe von Fluchtversuchen konnte sie in ihrem gerade abgeschlossenen Projekt zu den Todesopfern an der Berliner Mauer sammeln. Das Buch dazu hat sie zusammen mit Herrn Dr. Hertle vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam herausgegeben.

Vortrag (liegt nicht schriftlich vor; deshalb hier nur Zusammenfassung):

Trotz der hermetischen Abriegelung der Grenzen zwischen der DDR und West-Berlin gelangen zu allen Zeiten Fluchten durch die Mauer, zuerst sehr viele, später immer weniger. Die Wege dazu waren sehr unterschiedlich: Pass-Touren, auf Ähnlichkeit und mit Fälschungen, Tunnel, die Kanalisation, umgebaute Autos, Diplomaten. Die Kreativität der Flüchtlinge und der Fluchthelfer war unerschöpflich. Exakte Zahlen, wie viele Fluchten wann und auf welchen Wegen stattfanden, kann man aber bis heute nicht nennen.