Ansprache Pfarrer Fischer

Pfarrer Fischer begrüßte uns Flüchtlinge und Fluchthelfer ganz herzlich in der Kapelle der Versöhnung. Er freue sich, dass wir seine Gemeinde als Anlaufpunkt für unsere Treffen gewählt haben.

Zwei seiner Gedanken aus den Vorgesprächen zu unserem Treffen möchte ich explizit nennen: Gott hat das Gute im Menschen angelegt. Deshalb halten sich Ideologien oder Regimes, die böse sind, auch nie lange, weil die Menschen gar nicht anders können, als sich gegen das Böse zu wehren.

Und: Er hat ganz gezielt die Versöhnung mit Geistlichen und Bürgern der mittelalterlichen Kathedrale von Coventry/England gesucht, die von den Deutschen im zweiten Weltkrieg völlig zerstört worden war. Als Zeichen der Verbundenheit hat er ein Kreuz in die Versöhnungskapelle mitgebracht, das aus Metalltrümmern der alten Kathedrale geschmiedet worden war.

Am Ende seiner Rede stellte er Burkhart Veigel vor:

Die meiste Zeit seines Lebens war Burkhart Veigel Arzt, niedergelassener Orthopäde. Aber in einer seiner Nebentätigkeiten ist er für Berlin wichtig geworden: Er war Fluchthelfer durch die Mauer in Berlin, von 1961 bis 1970. Heute forscht und schreibt er über diese Zeit. In diesem Zusammenhang hat er gerade bei Suhrkamp ein Buch über Uwe Johnson herausgebracht, und sein Buch über die Fluchthilfe soll im nächsten Frühjahr erscheinen.

Außerdem sieht er es als seine Aufgabe an, Flüchtlinge und Fluchthelfer und ihr Leben in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Das ist auch der Grund, weshalb er wie schon im letzten Jahr zu diesem Treffen in der Versöhnungskapelle aufgerufen hat.