Presse-Reaktion auf die Veranstaltung am 9. November 2009
Aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Dienstag, 10.11.2009:
"Ohne Ostalgie: Fluchthelfer treffen sich in der Bernauer Straße - Das wollen sie öfter machen, das nächste Mal zum 13. August 2010, dem Tag des Mauerbaus. Am Abend des 9. November aber, als die meisten zur großen Feier am Brandenburger Tor schauten, trafen sich ehemalige Flüchtlinge in der Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße. Voll war es und, wie Burkhart Veigel erzählt, der als Medizinstudent zwischen 1961 und 1970 Fluchthelfer in Berlin war, bewegend. Maria Nooke von der Gedenkstätte Berliner Mauer gab einen historischen Überblick über die Fluchthilfe. Die meisten konnten sich aber nur allzu gut erinnern, wie es war: rauswollen, helfen können. Veigel sagte, es gebe viele Symbole für Diktatur und Unterdrückung, aber relativ wenige Symbole für die pluralistische Demokratie und für die Freiheit. So sollten die Flüchtlinge und ihre Helfer sich als Erinnerung daran sehen, dass Menschen auch in Diktaturen eine Unverfügbarkeit behalten. 2007 zog Veigel, der Arzt in Stuttgart war, zurück nach Berlin, um für ein Buch über Fluchthilfe zu recherchieren. Er hat eine Internetseite (www.fluchthilfe.de) installiert, Interviews geführt. Seiner Ansicht nach sollen die Flüchtlinge und die Fluchthelfer viel stärker die Öffentlichkeit suchen: "Von uns ist niemand ostalgisch." (mk)